{"id":1613,"date":"2015-08-02T20:31:00","date_gmt":"2015-08-02T18:31:00","guid":{"rendered":"https:\/\/gender-symmetry-representation.at\/wp\/?p=1613"},"modified":"2023-08-03T20:41:23","modified_gmt":"2023-08-03T18:41:23","slug":"gendersymmetrie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gender-symmetry-representation.at\/wp\/2015\/08\/02\/gendersymmetrie\/","title":{"rendered":"Gendersymmetrie"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>\u00dcberlegungen zur geschlechtersymmetrischen Struktur eines Genderw\u00f6rterbuches im Deutschen<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-1 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\"><div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/gender-symmetry-representation.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Maria-Buch.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-186\" width=\"616\" height=\"739\" srcset=\"https:\/\/gender-symmetry-representation.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Maria-Buch.jpg 500w, https:\/\/gender-symmetry-representation.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Maria-Buch-250x300.jpg 250w\" sizes=\"(max-width: 616px) 100vw, 616px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Kurzbeschreibung<\/h4>\n\n\n\n<p>Die Interdependenz zwischen individuellem Sprachgebrauch und androzentrischen grammatischen Sprachstrukturen sowie lexikalischem Sprachbrauch ist evident. Gendersymmetrische Sprachverwendung ohne R\u00fcckbindung an die Norm muss eine unbefriedigende Sache bleiben, weil die Umsetzung der Forderungen Feministischer Linguistik auf einzelne Gruppen beschr\u00e4nkt bleibt. Es wird also zum einen der Frage nachgegangen, wie und ob die Umsetzung der Gendersymmetrie in der Standardsprache der Gegenwart in den wichtigsten W\u00f6rterb\u00fcchern des deutschen Sprachraums nach drei\u00dfig Jahren Feministischer Sprachkritik und der Etablierung Feministischer Forschung bzw. Geschlechterforschung erfolgt ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum anderen wird die Frage nach den onomasiologischen Grundlagen f\u00fcr die Motivation der Bezeichnung menschlicher Sachverhalte gestellt. Diese k\u00f6nnen prinzipiell sowohl weiblich als auch m\u00e4nnlich sein und m\u00fcssen sich heute keineswegs zwingend aus der pr\u00e4feministischen oppositionellen Zu- und Aufteilung der bis heute bestehenden androzentrischen Geschlechterordnung in weiblich oder m\u00e4nnlich ergeben.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Frage nach der Versprachlichung der ver\u00e4nderten Geschlechterzuschreibungen und -rollen zu Beginn des 21. Jahrhunderts im weiblichen und m\u00e4nnlichen Menschenbild in den Normierungsinstrumenten wie den W\u00f6rterb\u00fcchern steht im Mittelpunkt in dieser Arbeit. Wer ist also wie und in welcher Weise versprachlicht? Warum wird die Frau bis heute vor allem als <em>Menschenweibchen<\/em> und in nur ganz wenigen Aspekten als <em>weiblicher Mensch<\/em> versprachlicht, w\u00e4hrend der Mann schlechthin den <em>m\u00e4nnlichen Menschen<\/em> fast ohne Anteile des <em>Menschenm\u00e4nnchens<\/em> repr\u00e4sentiert?&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist daher einerseits Ziel dieser Untersuchung genderasymmetrische Strukturen innerhalb des Wortschatzes der Gegenwart aufzuzeigen, andererseits die nach wie vor bestehende pr\u00e4feministische Konzeption des <em>weiblichen und m\u00e4nnlichen Menschen<\/em> herauszuarbeiten. Diese traditionelle Geschlechterdifferenz, die bis heute der Versprachlichung zu Grunde liegt, wird im Folgenden mit <em>weiblicher und m\u00e4nnlicher Geschlechtscharakter<\/em> bezeichnet.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieser <em>traditionelle Geschlechtscharakter<\/em> wird dekonstruiert, da es sich um allgemein menschliche Eigenschaften, F\u00e4higkeiten und Verhaltensweisen handelt, die allen Menschen offen stehen, sei sie oder er nun <em>einE Hetero-, Homo-, Bi- und TranssexuelleR oder einE TransgenderIn<\/em>, d.h. in irgendeiner Weise von der maskulinen Heteronormativit\u00e4t abweichend, &#8211; also queer. Der Fokus liegt daher einerseits auf der Normierung des Personenstatus\u2019, der entweder weiblich oder m\u00e4nnlich ist, zum anderen aber auf der Sprache, die diesen neuen Menschen repr\u00e4sentiert: Der <em>weibliche und m\u00e4nnliche Mensch<\/em> als <em>ganzer Mensch<\/em> mit unterschiedlichsten sexuellen Repr\u00e4sentationen ohne Diskriminierungen soll Wirklichkeit werden und dementsprechend versprachlicht sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus diesen beiden Fragestellungen werden die einzelnen Kapitel entwickelt, die einerseits offene Fragen der Feministischen Linguistik und Sprachkritik, der W\u00f6rterbuchkritik und des Wortfeldes <em>frau : mann<\/em> beantworten sollen. Gendersprachliche L\u00fccken, geschlechtsspezifische Motivation in der Wortbildung und weibliche Pejorisierung bzw. m\u00e4nnliche Meliorisierung sind weitere Punkte der Geschlechterasymmetrie in der Sprache. Schlie\u00dflich wird die grundlegende Frage nach den metasprachlichen Paradigmen der Geschlechterordnung im konzeptionellen Sinn gestellt, um Antworten auf das im Prinzip unver\u00e4nderte Frauen- bzw. M\u00e4nnerbild, trotz quantitativer Feminisierung bzw. Maskulinisierung in den W\u00f6rterb\u00fcchern, zu finden.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber die Ausgangsfrage nach der Versprachlichung der Geschlechter in der Gegenwartssprache sowie allgemeine Fragen und Kritikpunkte Feministischer Linguistik im Eingangskapitel wird danach die W\u00f6rterbuchkritik behandelt, die jedoch im Unterschied zu den zahlreichen vorangegangenen Untersuchungen nicht nur quantitativ, sondern vor allem qualitativ angelegt ist. Da bis heute die feministische Wortschatzkritik nicht systematisch durchgef\u00fchrt wurde, sondern auf eine exemplarische Auswahl ganz spezieller und meistens bekannter Lemmata bzw. einer Analyse der Beispiels\u00e4tze und -phrasen beschr\u00e4nkt blieb, soll im Rahmen der Arbeit dieses Missing Link in der feministischen Lexikkritik geschlossen werden. Das hei\u00dft, es werden nicht nur Feminisierungen bzw. Maskulinisierungen taxativ erfasst, sondern ausgew\u00e4hlte feminine und maskuline Personenbezeichnungen werden in Hinblick auf ihre Artikeldefinition, Sublemmatisierung, Polysemie sowie ihre Sinnrelationen einer gendersymmetrischen Analyse unterzogen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die vor allem qualitative Untersuchung der Lexik in den W\u00f6rterb\u00fcchern, speziell der beiden letzten Ausgaben des GROSSEN und KLEINEN DUDEN sowie des \u00d6STERREICHISCHEN W\u00d6RTERBUCHS und der letzten Ausgabe des GROSSEN WAHRIG, bilden die Grundlage f\u00fcr die folgende gendersymmetrische Analyse des Wortfeldes <em>frau : mann<\/em>. In diesen Standardw\u00f6rterb\u00fcchern wird der offensichtliche Mangel einer qualitativen Feminisierung bzw. Maskulinisierung des Wortschatzes offensichtlich, obwohl dies nicht in der Intention der HerausgeberInnen liegt, da sie explizit die Gegenwartssprache in ihren wichtigsten Str\u00f6mungen ber\u00fccksichtigen wollen. Zu diesen muss auch die Emanzipation der Frau Anfang der 70er Jahre gez\u00e4hlt werden, die \u00fcbrigens bis heute nicht abgeschlossen ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Vergleich dieser letzten W\u00f6rterbuchauflagen soll gew\u00e4hrleisten, dass nach Beginn der dritten Frauenbewegung etwaige Auslassungen in der folgenden Ausgabe noch ber\u00fccksichtigt werden konnten. Die Versprachlichung der Genderasymmetrie bzw. -symmetrie in der Alltagssprache bildet den Fokus der Untersuchung. Fachsprachliche Einzellemmatisierungen des deutschen Sprachraums, sofern sie auch Teil der Allgemeinsprache sind, erg\u00e4nzen den untersuchten Korpus. Hinzu kommen Belege der Umgangssprache des deutschen Sprachraums, wie sie im K\u00dcPPER lexikalisiert sind. Insgesamt werden im Rahmen dieser Arbeit ca. 2024 Lemmata unter- sucht. In der DUDEN-Kritik werden bereits alle Kritikpunkte der Genderasymmetrie vorweggenommen, jedoch nicht umfassend sondern nur exemplarisch anhand der wichtigsten Leitpunkte Feministischer Theorie analysiert, interpretiert und dokumentiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Durch die Pseudofeminisierung bzw. -maskulinisierung der Lemmata in den Standardw\u00f6rterb\u00fcchern bleiben die Basislexeme <em>frau : mann <\/em>und verwandte Referenzbezeichnungen in ihren Bedeutungsbelegungen weitestgehend unber\u00fchrt. Ausgenommen davon sind nur das androzentrische <em>fr\u00e4ulein<\/em> und das feministische <em>frau,<\/em> die symmetrische Anrede der <em>weiblichen Erwachsenen<\/em> analog zu <em>herr <\/em>unabh\u00e4ngig vom Familienstand. Es ist daher notwendig, diese Basislexeme f\u00fcr den <em>weiblichen und m\u00e4nnlichen Menschen<\/em> in einer Wortfelduntersuchung genauer einer gendersymmetrischen Analyse zu unterziehen, um die oppositionell angelegten onomasiologischen Grundlagen der Versprachlichung der Geschlechter offen zu legen.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese sind bis heute, bis auf wenige Ausnahmen, konform zum androzentrischen Geschlechtscharakter konzipiert und lexikalisiert, d.h. M\u00e4nnlichkeit wird in Abgrenzung zu Weiblichkeit aufgewertet und letztere gleichzeitig abgewertet. Die entsprechenden Lemmata sind daher polysemisch und sinnrelational traditionell versprachlicht, obwohl die Frau als <em>weiblicher Mensch<\/em> rechtlich und gesellschaftlich Personenstatus innehat, ist sie weiter als <em>Menschenweibchen<\/em> dem <em>m\u00e4nnlichen Menschen<\/em> untergeordnet.<\/p>\n\n\n\n<p>Um den sexistischen und androzentrischen <em>weiblichen und m\u00e4nnlichen Geschlechtscharakter<\/em> morpho-semantisch strukturell in der Lexik der Gegenwart aufzudecken, bedarf es nicht nur einer Analyse der Basislexeme f\u00fcr die Frau und den Mann wie <em>frau<\/em> \/ <em>weib<\/em> \/\/ <em>dame<\/em> \/\/ <em>m\u00e4dchen <\/em>: <em>mann <\/em>\/\/ <em>herr <\/em>\/\/ <em>bub<\/em> \/ <em>junge<\/em> \/ <em>knabe<\/em>, sondern auch der jeweiligen Determinativkomposita mit ebendiesen Basislexemen als Bestimmungsw\u00f6rter. In einer synoptischen Darstellung werden einerseits die androzentrischen und die gendersymmetrisch erweiterten Lemmata mit ihren Bedeutungskategorien einander tabellarisch gegen\u00fcbergestellt. Die weiblichen und m\u00e4nnlichen Basislexeme sowie Personenbezeichnungen des Wortfeldes <em>frau : mann<\/em> werden bez\u00fcglich ihrer Morphologie, Motivierung und semantischen Bedeutungsbelegung einer gendersymmetrischen Analyse unterzogen. Auf diese Weise ist der <em>weibliche und m\u00e4nnliche Geschlechtscharakter <\/em>in seinen bis heute vor allem androzentrischen und keineswegs gynozentrischen Bestandteilen auf einen Blick lesbar.<\/p>\n\n\n\n<p>Im letzten Kapitel stehen die metasprachlichen Genderasymmetrien in der Standardsprache der Gegenwart im Mittelpunkt. Aufbauend auf der Lexikkritik, der Analyse und Interpretation der morpho-semantischen Strukturen sowie Erkenntnissen der Wortfelduntersuchung <em>frau<\/em> : <em>mann<\/em> k\u00f6nnen die metasprachlichen Dimensionen der androzentrischen Geschlechterordnung, die das Genderskript nach wie vor strukturieren, entwickelt werden. Unterschiedliche und einander ausschlie\u00dfende Aspekte dieser geschlechtsspezifischen Paradigmen sind entsprechend der pr\u00e4feministischen Geschlechterrolle in der Definition und Versprachlichung des <em>weiblichen und m\u00e4nnlichen Menschen<\/em> realisiert. Dem <em>weiblichen und m\u00e4nnlichen Geschlechtscharakter<\/em> sind die Paradigmen Zeit, Raum und Sexus in ihren geschlechterdifferenten Aspekten \u00fcbergeordnet.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese unterschiedliche Versprachlichung der Paradigmen zeigt sich folgenderma\u00dfen:&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>So wird das biologische vornehmlich bei weiblichen, das chronologische Alter hingegen nur bei m\u00e4nnlichen Personenbezeichnungen versprachlicht. Der Raum ist je nach Geschlechtscharakter konkret und metaphorisch in <em>frauenorte<\/em>, die der privaten Sph\u00e4re zugeordnet sind, und <em>m\u00e4nnerorte<\/em>, die der \u00d6ffentlichkeit angeh\u00f6ren, aufgeteilt. Die menschliche Sexualit\u00e4t wird ebenfalls oppositionell kontradiktorisch zwischen den Geschlechtern in weibliche und m\u00e4nnliche Sexualit\u00e4t entgegen der biologischen Voraussetzungen androzentrisch zugeteilt und versprachlicht.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Weiblichkeit und M\u00e4nnlichkeit werden im androzentrischen Genderskript als zwei grunds\u00e4tzlich unterschiedliche Ph\u00e4nomene konstituiert und bezeichnet. So wird die Frau vornehmlich auf den <em>Menschenweibchenstatus<\/em>, der Mann hingegen auf den <em>m\u00e4nnlichen Menschenstatus<\/em> festgeschrieben, obwohl diese androzentrische Geschlechterordnung weder auf das <em>weibliche und m\u00e4nnliche Individuum<\/em> noch auf das <em>weibliche und m\u00e4nnliche Geschlechtswesen<\/em> zutrifft. Aus rechtlicher und gesellschaftlicher Sicht sollte bereits ein <em>ganzer weiblicher Mensch<\/em> sowie ein <em>ganzes Menschenm\u00e4nnchen<\/em> analog zum f\u00fcr beide Geschlechter geltenden Personenstatus versprachlicht sein.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Geschlechterordnung spielen diese metasprachlichen Paradigmen nat\u00fcrlich in der Konzeption, Definition und Lexikalisierung des <em>weiblichen und m\u00e4nnlichen Individuums<\/em> eine nicht zu untersch\u00e4tzende Rolle. Die gendersymmetrische Analyse der W\u00f6rterb\u00fccher und Wortfelder um die weiblichen und m\u00e4nnlichen Basislexeme sowie die metasprachlichen verborgenen Asymmetrien, wie sie zurzeit den Wortschatz strukturieren und normieren, sollten daher als Grundlage f\u00fcr die Erstellung von W\u00f6rterb\u00fcchern und Lexika allgemein und nat\u00fcrlich eines Genderw\u00f6rterbuches dienen. Nur alle Aspekte der Genderasymmetrie, wie sie in den jeweiligen Kapiteln mit ihren unterschiedlichen Schwerpunkten erarbeitet werden, k\u00f6nnen die mehrfach strukturelle morpho-semantische Verflochtenheit von Genderasymmetrie in der Konzeption des <em>weiblichen und m\u00e4nnlichen Menschen<\/em> allgemein, der Versprachlichung sowie der Lexikologie und -grafie aufzeigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Alle diese Punkte sichern dem M\u00e4nnlichen und damit dem Mann die strukturelle Vormachtstellung als Allgemeinmenschlichem bei gleichzeitiger Unterordnung und Reduzierung des Weiblichen als reines Gattungswesen. Diese Versprachlichung m\u00e4nnlicher \u00dcberlegenheit \u00e4u\u00dfert sich in einer Idealisierung und Meliorisierung des M\u00e4nnlichen bei gleichzeitiger Hyperrealisierung und Pejorisierung des Weiblichen.<\/p>\n\n\n\n<p>Strukturell l\u00e4sst sich diese H\u00f6herbewertung und Differenzierung des Maskulinums und des M\u00e4nnlichen morpho-semantisch in der Vermenschlichung und Vergr\u00f6\u00dferung m\u00e4nnlicher Personenbezeichnungen und Sachverhalte bei gleichzeitiger Minderbewertung und Undifferenziertheit des Femininums und des Weiblichen in der Verdinglichung und Verkleinerung weiblicher Personenbezeichnungen und Sachverhalte zeigen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Diese systematische Verankerung m\u00e4nnlicher \u00dcberlegenheit auf allen sprachlichen Ebenen ist \u00fcber die oben erw\u00e4hnten Geschlechterasymmetrien hinaus, auch in den Syntaxregeln, als nur obligatorische maskuline aber fakultativ feminine Genus-Sexus-Kongruenz feststellbar. Der Wortschatz unterliegt also bis heute dem androzentrischen und maskulinistischen Metakonzept, das nur nach dem pr\u00e4feministischen sich erg\u00e4nzendem Geschlechtermodell konzipiert ist.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Lexik der Gegenwart wurde weder durch die Feminisierung mit dem Suffix <em>\u2013in<\/em> noch mit der Einf\u00fchrung der Komposita mit dem Grundwort <em>\u2013frau<\/em> tangiert, weil es sich um eine einfache quantitative Erg\u00e4nzung weiblicher zu m\u00e4nnlichen und m\u00e4nnlicher zu weiblichen Personenbezeichnungen handelte, die aber qualitativ und konzeptionell nichts an der Versprachlichung des <em>pr\u00e4feministischen weiblichen und m\u00e4nnlichen Geschlechtscharakters<\/em> \u00e4nderte. Diese Voraussetzungen machen die vorliegende Untersuchung in diesem Umfang notwendig, da nur eine detaillierte, umfangreiche und qualitative Analyse und Interpretation der Gegenwartssprache die geschlechterdifferenten Asymmetrien in ihrer Systematik offen legen kann.<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<div class=\"wp-block-group has-palette-color-5-background-color has-background\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-small-font-size\"><strong>Gendersymmetrie. \u00dcberlegungen zur geschlechtersymmetrischen Struktur eines Genderw\u00f6rter\u00adbuches im Deutschen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/books.google.at\/books\/about\/Gendersymmetrie.html?id=0C9kK1htV9kC&amp;redir_esc=y\" target=\"_blank\">Google Books<\/a><br><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.verlag-koenigshausen-neumann.de\/product_info.php\/info\/p5757_Gendersymmetrie-Ueberlegungen-zur-geschlechtersymmetrischen-Struktur-eines-Genderwoerterbuchs-im-Deutschen---58-00.html\" target=\"_blank\">Buch kaufen<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Kennen Sie den Unterschied zwischen einer <em>Frau mit Erfahrung<\/em> und einem <em>Mann mit Erfahrung<\/em>? Warum es nicht dasselbe ist, wenn sie oder er eine solche oder mehrere macht, erfahren Sie unter anderem in diesem Buch. Die Versprachlichung der Frau zu Beginn des 21. Jahrhunderts entspricht nicht ihrem Personenstatus. Als <em>weiblicher Mensch<\/em>, ohne spezifisches Alter, ist sie die gro\u00dfe Unbekannte, in ihrer Zu- und Unterordnung zum Menschen an sich &#8211; dem <em>m\u00e4nnlichen Menschen<\/em> &#8211; hingegen ist sie \u00e4u\u00dferst bekannt, &#8211; n\u00e4mlich als <em>Liebhaberin, Ehefrau, Mutter, Hausfrau<\/em> und nicht zuletzt als <em>Sexarbeiterin<\/em>.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">In diesem Kontext wird die Frage gestellt, wie und ob die Umsetzung der Gendersymmetrie in den wichtigsten W\u00f6rterb\u00fcchern des deutschsprachigen Raums wie <em>Duden<\/em> und <em>Wahrig<\/em> nach drei Jahrzehnten Feministischer Sprachkritik und einigen Jahren Geschlechterforschung erfolgt ist. Das Wechselspiel zwischen individuellem und lexikalischem Sprachgebrauch ist offensichtlich und macht eine R\u00fcckbindung geschlechtersymmetrischer Sprache an sprachliche Normen notwendig, weil sich nicht nur die Frauenbilder sondern auch die M\u00e4nnerbilder zu ganzen Menschenbildern gewandelt haben.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Daher stehen die onomasiologischen Grundlagen f\u00fcr die Motivation der Bezeichnung allgemeinmenschlicher Verhaltensweisen wie z.B. <em>St\u00e4rke : Schw\u00e4che<\/em> bei den Personenbezeichnungen in dieser Publikation im Mittelpunkt. Diese k\u00f6nnen sowohl weiblich als auch m\u00e4nnlich sein und m\u00fcssen sich heute keineswegs zwingend aus der pr\u00e4feministischen oppositionellen Zu- und Aufteilung des <em>traditionellen weiblichen und m\u00e4nnlichen Geschlechtscharakters<\/em> ergeben, der bis heute die Versprachlichung der Frau vor allem als <em>Menschenweibchen<\/em>, die des Mannes hingegen als <em>m\u00e4nnlichen Menschen<\/em> begr\u00fcndet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Zudem wird die nach wie vor bestehende androzentrische und sexistische Geschlechterkonzeption anhand unterschiedlicher Bedeutungskategorien wie Arbeit, Macht, Besitz und Sexualit\u00e4t in der gendersymmetrischen Analyse des Wortfeldes <em>frau<\/em> \/ <em>weib<\/em> \/\/ <em>dame<\/em> \/\/<em> m\u00e4dchen<\/em> : <em>mann<\/em> \/\/ <em>herr<\/em> \/\/ <em>bub<\/em> \/ <em>junge<\/em> \/ <em>knabe <\/em>mit allen Determinativkomposita herausgearbeitet. Diese Asymmetrie in der Geschlechterdarstellung ist eindeutig morpho-semantisch angelegt und l\u00e4uft auf eine maskuline Idealisierung und damit zusammenh\u00e4ngende Meliorisierung in der Vermenschlichung und Vergr\u00f6\u00dferung bzw. auf eine feminine Hyperrealisierung und Pejorisierung in der Verdinglichung und Verkleinerung der entsprechenden Personenbezeichnungen hinaus.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:61px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><strong>Publikationsliste<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><strong>2015\u2026 Frauen der \u00d6ffentlichkeit \u2013 von M\u00e4dchen, Ehefrauen und \u00f6ffentlichen Frauen.<\/strong>&nbsp;In: Zeitschrift des Interdisziplin\u00e4ren Zentrums f\u00fcr Geschlechterforschung\/ IZFG, Fr\u00fchling, S.10-12.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><strong>2015\u2026 GENDERSYMMETRY in European Languages and Dictionaries Metalinguistic Paradigms &#8211;<\/strong>&nbsp;GENDER_A_SYMMETRIES in German<br>COST ENeL WG4 Meeting,Vienna, 11 February 2015<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><strong>2007\u2026Einander Zukunft geben und jetzt leben.&nbsp;<\/strong>\u00dcberlegungen zum Ersten T\u00fcrkischen Frauenfilmfestival in \u00d6sterreich, gemeinsam mit Kumru Uzunkaya. S. 8-9. In: Frauensolidarit\u00e4t, 101, 03\/07.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><strong>2007\u2026 Gendersymmetrie.&nbsp;<\/strong>\u00dcberlegungen zur geschlechtersymmetrischen Struktur eines Genderw\u00f6rterbuchs im Deutschen, K\u00f6nigshausen&amp;Neumann: W\u00fcrzburg.<br><br><strong>2004\u2026 \u00dcberlegungen zur geschlechtersymmetrischen Struktur eines Genderw\u00f6rterbuchs im Deutschen,<\/strong>&nbsp;Dissertation, Wien.&nbsp;<strong>Dr. Maria Schaumayer-Preis f\u00fcr die Dissertation &#8211; 2005.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><strong>1994\u2026 Feminismus wider literarische Tradition?&nbsp;<\/strong>Frauenliteratur in den Wiener Vorlesungen zur Literatur (1986-1991), Diplomarbeit, Wien.<\/p>\n<\/div><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcberlegungen zur geschlechtersymmetrischen Struktur eines Genderw\u00f6rterbuches im Deutschen Kurzbeschreibung Die Interdependenz zwischen individuellem Sprachgebrauch und androzentrischen grammatischen Sprachstrukturen sowie lexikalischem Sprachbrauch ist evident. Gendersymmetrische Sprachverwendung ohne R\u00fcckbindung an die Norm muss eine unbefriedigende Sache bleiben, weil die Umsetzung der Forderungen Feministischer Linguistik auf einzelne Gruppen beschr\u00e4nkt bleibt. Es wird also zum einen der Frage nachgegangen, wie und ob die Umsetzung der Gendersymmetrie in der Standardsprache der Gegenwart in den wichtigsten W\u00f6rterb\u00fcchern des deutschen Sprachraums nach drei\u00dfig Jahren Feministischer Sprachkritik und der Etablierung Feministischer Forschung bzw. Geschlechterforschung erfolgt ist. 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