Vorträge, Vorlesungen und Seminare

Sexistisch, verletzend, ignorant… wenn Sprache Frauen diskriminiert

Aus der Reihe FRAUEN.LEBEN.HEUTE. im Oktober 2020. Sprache klassifiziert in Wortklassen wie Substantive, und diese werden z.B. weiter in Personen-bzw. Sachbezeichnungen unterteilt. Ihre Kernaufgabe ist es Einteilungen vorzunehmen. So wurden und werden Mensch*innen nach ihrem Geschlecht in Frauen* und Männer* oder nach ihrem Alter oder anderer Kategorien unterschieden oder differenziert, was an sich wertneutral ist. So bedeutete auch „diskriminieren“ im Lateinischen einmal „unterscheiden“ neben „abtrennen“, wurde jedoch im Laufe der Zeit zu einem abwertenden Synonym für „aus einer Gruppe absondern“ einengend gebraucht. Differenzieren ist also in der Struktur von Sprache verankert, muss aber nicht automatisch mit einer Diskriminierung und/oder Sexualisierung einhergehen. So werden Mensch*innen z.B. nach dem Alter in Minderjährige und Erwachsene eingeteilt und auch unterschiedlich benannt, was ihrem gesellschaftlichen und rechtlichen Status entspricht. Kommt aber zu dieser Unterscheidung Geschlecht hinzu, dann kann dieses an sich klare Unterscheidungsmerkmal „Volljährigkeit“ einfach außer Kraft gesetzt werden. Ist das wirklich der Fall und warum ist das bis heute so? Werden in einer Zeit, in der alle Geschlechter, Geschlechtsidentitäten und sexuellen Orientierungen rechtlich anerkannt und benannt sind, diese auch von der Gesellschaft akzeptiert und sprachlich dargestellt? Mädchen und Buben/Kinder gelten gemeinhin als minderjährig, wobei schon ein etwa Vierzehnjähriger nicht mehr als „Bub“, sondern in der Regel als „Bursche“ bezeichnet wird, ein „Mädchen“ bleibt auch als Vierzehnjährige ein Kind, selbst über „ihre“ Volljährigkeit hinaus. Wenn es heißt „sein Mädchen“ und umgekehrt „ihr Bub“, sollte es sich hier um zwei Minderjährige handeln, die sich einzig in ihrem Geschlecht unterscheiden, indem wertneutral zwischen zwei Individuen differenziert wird. Tatsächlich handelt es sich hier um eine asymmetrische Diskriminierung, zu der eine Sexualisierung hinzukommt. So bedeutet „sein Mädchen“ in einer hetero-maskulinen Geschlechterordnung „seine Sexpartnerin“, umgekehrt „ihr Bub“ aber nicht „ihren Sexpartner“, sondern „ihren minderjährigen Sohn“. Ein Mädchen musste über keine wirkliche Altersgrenze verfügen, denn diese war aufgrund der langen Unmündigkeit der Frau und später aufgrund der Hausfrauenehe bis Ende der 70er Jahre sprachlich nicht notwendig. Ein Mädchen wurde „mannbar“, ein Bub bzw. Bursche hingegen nicht „fraubar“. Sie blieb das so lange, bis sie ein Mann zur Frau nahm, womit sie ihren Status als „Erwachsene“ über die Zugehörigkeit zu einem Ehemann innehatte.
https://www.linztermine.at/event/599613
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Geschlechterordnungen heute: Von Cis-, Transgender und Intergeschlecht in Sprache und Recht 2019

2. Internationaler Legal Linguistics Workshop (ILLWS19), 45. Österreichische Linguistiktagung (ÖLT2019)

Geschlecht war lange etwas Einfaches, entweder wurde mensch* als weiblich oder männlich geboren und dementsprechend wurden einer* bzw. einem* nur ganz bestimmte allgemeinmenschliche Verhaltensweisen als feminin bzw. maskulin zugebilligt, die bei Nichteinhaltung auch sanktioniert wurden. Dies änderte sich mit der Frauenbewegung, die diese Vormachtstellung und Überordnung des heterosexuellen Mannes in Frage stellte. Bis heute besteht trotz rechtlicher Gleichstellung innerhalb dieser Heteronormativität eine männliche Hegemonie, die gesellschaftlich und auch sprachlich in der Gleichsetzung des Heteromännlichen mit dem Allgemeinmenschlichen zum Ausdruck kommt. Ihm werden alle anderen wie Heteroweibliches, Bi- und Homosexuelles, Transgender – und auch Intergeschlechtliches untergeordnet.

Durch Mensch*innen, deren Geschlechtsidentität nicht mit ihrem Geschlecht bei der Geburt übereinstimmt – den Transgender, wurde eine gendersprachliche Lücke sichtbar. Denn wenn sich Transpersonen „jenseits“ ihres Geschlechts bzw. „über ihr Geschlecht hinausgehend“ verorten, dann sollten diejenigen, die sich ganz mit ihrem Geschlecht, mit dem sie geboren wurden, identifizieren, auch dementsprechend benannt werden – waren sie doch bis dahin „namenlos“ und damit sprachlich unmarkiert. Da letztere die Mehrheit darstellen und als Norm gelten, wurde diese Selbstverständlichkeit des Zusammenfalls von Geburtsgeschlecht und Geschlechtsidentität ebenfalls in Frage gestellt – Cisgender als Pendant zu Transgender wurde etabliert.

Mit der rechtlichen Anerkennung von Intergeschlechtlichkeit und ihrer Aufnahme ins Personen- standsregister wurden neue Bezeichnungen wie „inter“, „divers“ und „offen“ notwendig. Neben den Neologismen müssen aber auch tradierte Bezeichnungen aller Mensch*innen aufgrund ihrer Unter- ordnung unter das Allgemeinmenschliche als Heteromännliches hinterfragt, analysiert und rekon- zeptionalisiert werden.


Talk: Being a human – re-defining the hyperonym Mensch (= Ein Mensch sein – Neudefinieren des Hyperonyms Mensch)
The 20th International Congress of Linguists ICL20, July 2018.

Abstract: Wer wird als human – ganz ohne Wenn und Aber – im Wörterbuch tatsächlich als ganze*r Mensch*in definiert und dargestellt? Wenn Sie heute ein Wörterbuch des Deutschen verwenden, kann ein*e Mensch*in sowohl ein weibliches oder ein männliches oder sogar ein intersexuelles Wesen sein, das ganz unterschiedlichste sexuelle Orientierungen wie etwa axsexuell oder polyamorös, hetero-, homo, bi- oder transsexuell bzw. –gender aufweisen kann. Stimmt dieser erste Eindruck? Sind alle Mensch*innen nach fast 40 Jahren rechtlicher Emanzipation v. a. der heterosexuellen Frau sowie der fast abgeschlossenen Gleichberechtigung aller Anderen entsprechend repräsentiert?Es stellt sich also in der Tat die Frage, ob tatsächlich metalexikologisch und –graphisch eine entsprechende Repräsentation aller sexuellen Existenzweisen – nicht nur additiv, sondern auch in der Makrostruktur des Lexikons stattgefunden hat. Oder muss davon ausgegangen werden, dass sich die Vertreter*innen dieser Spezies, nach wie vor am präfeministischen Mensch*innentypus, also dem männlichen Heterosexuellen als Prototyp des Menschlichen messen lassen müssen und dementsprechend defizitär und unvollständig konzipiert sind?

Die Implementierung dieses hetero-maskulinen Prototyps in den Wortbildungsprozessen kann durch 3 Maskulinistische Prinzipien beschrieben werden. Prinzip (1) Der Hetero-Mann – die Verkörperung allgemein menschlicher Eigenschaften, Prinzip (2) Die Frau und das Andere – das untergeordnete Geschlecht und schließlich durch Prinzip (3) Geschlechterbilder. Diese drei Maskulinprinzipien sind der semantisch-maskulinistischen Ebene zuzuordnen und bestimmen bzw. assoziieren und reduzieren die Versprachlichung der Frau als der und des Anderen auf bestimmte semantische Kategorien wie Privatheit, ausgewählte Rollen, Ohnmacht und Sexualisierung.

Konkret sollen daher Synonyme des Hyperonyms Mensch wie Person, Wesen, Individuum, Subjekt und Leute geschlechterkritisch und -analytisch vor allem in Bezug auf ihre semantischen Beziehungen zu ihren Hyponymen wie zum Beispiel Frau, Mann oder Mädchen und Bub/Junge untersucht werden. Ziel dieser Studie ist es, das Lemma Mensch daraufhin zu untersuchen, ob es in seiner lexikologischen Umsetzung bereits als ein alle – auch den heterosexuellen Mann – umfassendes Hyperonym angesehen werden kann.


Panel Discussion: Language and Law – Part 5 Language, Law and Gender/ Podiumsdiskussionsreihe: Sprache und Recht

Sprache und Recht 5 Sprache, Recht und Geschlecht Die Sprache des Rechts schafft Lebensrealitäten in Bezug auf Geschlechtszuschreibung und Geschlechtsidentität. Am 15. Juni 2018 hat der Verfassungsgerichtshof entschieden, dass Menschen in Österreich ein Recht auf individuelle Geschlechtsidentität zugestanden werden muss. Staatliche Geschlechtszuschreibung und individuelle Geschlechtsidentität sollen auch in der Rechtssprache angemessen abgebildet werden (z.B. inter, divers oder offen statt männlich oder weiblich). Menschen sollen also nur solche Geschlechtszuschreibungen akzeptieren müssen, die auch ihrer tatsächlichen Geschlechtsidentität entsprechen. In dieser Podiumsdiskussion befassen wir uns mit den Herausforderungen staatlicher Geschlechtszuschreibung und sprachlicher Gleichbehandlung in Rechtstexten und Urkunden. Begünstigt die Rechtssprache Ungleichheit aufgrund des Geschlechts? Wie kann Geschlechtszugehörigkeit heute in Rechtstexten adäquat realisiert werden? Die Österreichische Gesellschaft für Rechtslinguistik (ÖGRL) beschäftigt sich im Rahmen der Partizipationsforschung mit den zeitgenössischen Herausforderungen der Rechtssprache in Österreich und Europa. In Kooperation mit den Büchereien Wien


Pober, Maria (2015): Frauen der Öffentlichkeit – von Mädchen, Ehefrauen und öffentlichen Frauen.


Öffentlichkeit ist schon länger keine reine Männersache mehr und Frauen haben inzwischen auch diese Bühne durchaus erfolgreich betreten – was vor fast 50 Jahren noch undenkbar war. Umso befremdender mutet es an, dass Politikerinnen noch immer eine ganz besondere sprachliche Behandlung erfahren. Hier ist von mächtigen Staatsfrauen die Rede, über die in der Öffentlichkeit als „sein Mädchen“ berichtet wird oder die mit einer männlichen Bezeichnung „Madame le président/Frau Präsident“ angesprochen werden. Um das Ganze auf die Spitze zu treiben, musste sogar die erste Frau im Staate für ein Wachtelgericht herhalten, indem sie „namentlich zerteilt“ und mit „kleinen Brüsten“ und „großen Schenkeln“ kurzerhand aufs Menü gesetzt wurde.
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Von vielrednerischen Weibern und alles erforschenden Männern – Genderasymmetrien in der Datenbank der bairischen Mundarten in Österreich (DBÖ) im Vergleich mit Großwörterbüchern der Gegenwart, in Zusammenarbeit mit Inge Geyer, Eveline Wandl-Vogt, Barbara Piringer. S. 810-822. In: Euralex2016, Conference Proceedings.

Talk: On chatty women and all-investigating men – gender asymmetries in the database of the Bavarian dialects in Austria (DBÖ) in comparison to contemporary comprehensive dictionaries (= Von vielrednerischen Weibern und alles erforschenden Männern – Genderasymmetrien in der Datenbank der bairischen Mundarten in Österreich (DBÖ) im Vergleich mit Großwörterbüchern der Gegenwart) in Zusammenarbeit mit Eveline Wandl-Vogt. September 2016.

Unterscheidet sich die lexikographische Artikel- bzw. Belegdarstellung älterer Wörterbücher in Bezug auf Gendersymmetrie und ihrer -repräsentanzen tatsächlich grundlegend von derjenigen neuerer gegenwartssprachlicher? Den Fokus der Arbeit bildet der genderanalytische Vergleich von historischen (dialektalen) Belegbeschreibungen (DBÖ 1913-33) mit solchen gegenwartssprachlicher Großwörterbücher im Deutschen (Duden, Wahrig, Küpper 1980-2012). Hierzu werden bewusst keine Basislexeme unter den Personenreferenzen wie Frau und Mann herangezogen, sondern die Nomina Agentis mit dem Erweiterungsuffix -ler und -lerin, da erstere lexeminhärent die Merkmale + (weiblich) bzw. + (männlich) und damit die Bedeutungskategorie [SEXUS] aufweisen, letztere hingegen nur auf Suffixebene und so mögliche implizite Genderimplikationen aufgezeigt werden können. Anhand von folgenden zwei Bedeutungskategorien [REDEFÄHIGKEIT] und [SEXUALITÄT] wurden diese Personenreferenzen (-ler und -lerin) ausgewählt und unter Einbeziehung von Zusatzkategorien wie z. B. [HANDEL] oder [ALTER] bzw. [HETEROSEXUELLE AKTIVITÄT] oder [HOMOSEXUELLE AKTIVITÄT] symmetrisch gegenübergestellt. Die Ergebnisse dieser Genderanalyse der Beleg- und Lemmatabeschreibung finden in den „fiktiven Lexikoneinträgen 2016“ ihre praktische gendersymmetrische und wertneutrale Umsetzung. Die vorliegende Studie führt in ein qualitatives System ein, das am Lexicography Laboratory der ÖAW zur Modellierung und Basis einer quantitativen Analyse ausgearbeitet wird (Linked Open Data, TEI).
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Vorlesung: Metasprachliche Asymmetrien und ihre strukturelle Verankerung im Wortschatz. Öffentliche Ringvorlesung. Sprache – Macht – Geschlecht, Universität Bern, Mai 2015 

Abstract: Viel hat sich im Bereich der Berufsbezeichnungen getan, solche die früher nur maskulin waren, sind jetzt auch feminin, und umgekehrt. Berufs- und Ausbildungsverbote für Frauen wurden aufgehoben und gleichzeitig der Zugang von Männern zu Frauenberufen ermöglicht. Die Frau ist im Berufsfeld als gleichrangige, souveräne und selbstbestimmte Akteurin versprachlicht und entsprechend lexikalisiert. Verlassen wir jedoch den offiziellen Bereich und sprechen und schreiben im Alltag von einer Spitzenfrau in ihrem Fachgebiet – also von einer Person, die sehr professionell agiert, eine Professional, so ist das möglich. Wollen wir aber das geläufigere Profi verwenden und dieses auch noch ans Geschlecht anpassen, eine Profi, müssen wir feststellen, dass sobald wir einer statt einem Profi verwenden, dies noch lange nicht dasselbe ist – ganz im Gegenteil! Warum ist das bis heute so? Welche verborgenen Strukturen bestimmen nach wie vor, wie wir auf Menschen referieren können? Warum kann diese postpatriarchale Logik mit ihrem Bezugspunkt „heterosexuelle Männlichkeit“ noch immer die einzig relevante Kategorie im Wortschatz vorgeben?


Talk: GENDERSYMMETRY in European Languages and Dictionaries Metalinguistic Paradigms – GENDER_A_SYMMETRIES in German (=Gendersymmetrie in europäischen Sprachen und Wörterbüchern – Metalinguistische Paradigmen – GENDER_A_SYMMETRIEN im Deutschen)
COST ENeL WG4 Meeting,Vienna, February 2015

Abstract: Zwei Fallbeispiele sollen als Einstieg in diese Wörterbuchkritik dienen. Beide zeigen das zeitgenössische Menschenbild der Frauen in den DUDEN-TASCHENBÜCHERN auf, die durch explizit parteiische und inkonsistente bzw. präskriptive Prinzipien in ihrer lexikologischen Konzeption das präfeministische Menschenbild der Frau als menschliches Wesen weiblichen Geschlechts bestätigen. Es soll gezeigt werden, dass die gewünschten Prinzipien nur dann Sinn machen würden, wenn alle weiblichen Formen Feminisierungen von männlichen Grundformen wären bzw. wenn die Denotationen der weiblichen und männlichen Grundlexeme identisch wären. Da keine dieser beiden Bedingungen auf die Bildung femininer Formen zutrifft, führt die gegenwärtige Situation zur Entwicklung eines androzentrischen femininen Menschenbildes, das auf das menschliche Wesen weiblichen Geschlechts reduziert wird, während das maskuline Menschenbild vielfältig und dem Ideal des männlichen Menschen entsprechend modelliert ist.  


Proseminar: Ein Fichtenbaum steht einsam… Er träumt von einer Palme, die fern… Metaphern traditioneller Geschlechterordnung in Genussprachen und ihre Auflösungstendenzen, WiSe 2014

Der Fichtenbaum und die Palme
Heinrich Heine

Ein Fichtenbaum steht einsam
Im Norden auf kahler Höh‘;
Ihn schläfert; mit weißer Decke
Umhüllen ihn Eis und Schnee.

Er träumt von einer Palme,
Die, fern im Morgenland,
Einsam und schweigend trauert
Auf brennender Felsenwand.

Kurzinfo
Die Zufälligkeit des grammatischen Geschlechts (Arbitraritätsthese) eines Nomens hat nach wie vorGültigkeit in der Linguistik. Was sollte auch eine Tür weiblicher als einen Tisch machen? Was die Sachbezeichnungen betrifft, so ist an der These, dass das grammatische nichts mit dem sogenannten natürlichen Geschlecht zu tun habe, nichts auszusetzen. Handelt es sich um Nomen, die auf Personen referieren, so zeigt sich, dass auf eine männliche immer mit dem entsprechenden Genus Bezug genommen wird, handelt es sich aber um eine weibliche Person, so ist das feminine Genus weit weniger selbstverständlich.

So ist die Frau auch als Neutrum wie bei „Weib“ lexikalisiert oder morphologisch durch einen Diminutiv wie „Mädchen“ oder „Fräulein“ repräsentiert und wird somit sächlich. Belebtheit und Unbelebtheit sind grundlegende Kategorien vieler Sprachen, auch der deutschen. So kommt eine Versächlichung des weiblichen Menschen einer Degradierung des weiblichen Menschseins gleich (Merkmale „weiblich-menschlich“ und „belebt“ fehlen), während bei männlichen Personenbezeichnungen  eine durchgehende Genus-Sexus-Kongruenz nicht nur bei der Genuszuweisung, sondern auch in der Syntax (Merkmale „männlich-menschlich“ und „belebt“ bleiben) festgestellt werden kann. 

Auch geschlechtergerechte bzw. -repräsentative Sprachverwendung und ihre neu aufgeflammte Kritik daran, Stichwort „Wider das Binnen-I“ oder „die Töchter in der Bundeshymne neu“ sowie insgesamt die Gegenbewegungen zum Aufbrechen der androzentrischen heterosexuellen Geschlechterordnung sollen in die Fragestellungen miteinfließen.


Keynote: Frauen, auch ohne Kinder zuerst! – Vor- und Nachrangigkeiten im Kollokationenwörterbuch Feste Wortverbindungen des Deutschen … als Wörterbuch – eine gleich zweifache Novität.

Tagung: mehrWortverbindungen – Kollokationen: Sprachgebrauch & Wörterbücher, Oktober 2014.

Abstract: Es wird in diesem nicht nur die Beidnennung von Personenbezeichnungen wie Chefin f. und Chef m. in den einzelnen Artikeln umgesetzt, sondern es repräsentiert auch den anderen, nicht zu vergessen den prozentuell höheren Anteil der Sprecherinnen und nicht nur der Sprecher. Dem Maskulinum, durch morphologisch-semantische und grammatische Gesetzmäßigkeiten jahrhundertelang gefestigt, wird der erste Platz streitig gemacht, wurde es doch auf den zweiten Platz verwiesen. Dass eine solche Aufhebung präfeministischer Gesetzmäßigkeiten des Maskulinums als primus inter pares nicht ganz unproblematisch ist, liegt auf der Hand. Ungeachtet dessen, ist die Signalwirkung, Frauen nicht nur als Platzhalterinnen in Nachschlagewerken irgendwie, vor allem aufzählend, meistens unterordnend, bestenfalls bei- oder nebenordnend, also keineswegs differenziert darzustellen, nicht hoch genug einzuschätzen.

Vorträge, Vorlesungen und Seminare

2020
Impulsvortrag: Klassifizieren, differenzieren und diskriminieren. Sexistisch, verletzend, ignorant – Wenn die Sprache Frauen diskriminiert. Vortragsreihe: Frauen. Leben. Heute.
5. Oktober 2020, Volkshochschule Linz, Wissensturm
Link: https://www.linz.at/medienservice/2020/202010_107787.php
Link: https://dorftv.at/video/34332

Proseminar: Bezeichnungsvielfalt oder -verwirrung? Nichtbinär, geschlechtsneutral und genderinklusiv im Spannungsfeld einer hetero-maskulinen Genussprache
WiSe 2020, Institut für Germanistik/Sprachwissenschaft, Universität Wien
Link: https://ufind.univie.ac.at/en/course.html?lv=100242&semester=2020W

Proseminar: Alles neu durch Gender Gap und Gendersternchen? Sprachverwendung im Spannungsfeld ihrer sprachlichen Voraussetzungen im Wortschatz
SoSe 2020,Institut für Germanistik/Sprachwissenschaft, Universität Wien
Link: https://ufind.univie.ac.at/de/course.html?lv=100242&semester=2020S

2019
Proseminar: „Alle Mensch*innen werden Geschwister“? – Genderwahn, Genderismus und Genderei
WiSe 2019, Institut für Germanistik/Sprachwissenschaft, Universität Wien
https://ufind.univie.ac.at/de/course.html?lv=100242&semester=2019W

Proseminar: Geschlecht/Sex: feminin, maskulin oder inter* Metasprachliche Paradigmen, Konzeptionen und Präsentationen des Allgemein-Menschlichen im Umbruch
SoSe 2019, Institut für Germanistik/Sprachwissenschaft, Universität Wien
https://ufind.univie.ac.at/de/course.html?lv=100242&semester=2019S

2018
Proseminar: Die Dragqueen und der Androide – Menschliches/Humanoides jenseits der präfeministischen Geschlechterdichotomie?
WiSe 2018, Institut für Germanistik/Sprachwissenschaft, Universität Wien
https://ufind.univie.ac.at/de/course.html?lv=100242&semester=2018W

Talk: Being a human – re-defining the hyperonym Mensch (= Ein Mensch sein – Neudefinieren des Hyperonyms Mensch)
Paper Session 5, Semantics / Pragmatics / Lexicography. The 20th International Congress of Linguists ICL20, 2 – 6 July 2018, Cape Town, South Africa
http://icl20capetown.com/images/ICL20-Programme.pdf

2017
Kommentar: Asexualität versus Hypersexualität als patriarchale Ordnungen bei Conchita und Gabalier zu Sabine Lehner u. Markus Rheindorf: Mountain Man und Conchita Wurst: Zur Inkongruenz aktueller Gender- und Sexualitätskonstruktionen in der österreichischen Popkultur.
19. Mai. 2017, Workshop: Sexualitäten in Österreich im 19., 20. und 21. Jahrhundert. Forschungsschwerpunkt Wirtschaft und Gesellschaft aus historischer und kulturwissenschaftlicher Perspektive der Historisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät, Universität Wien
Link: http://polyamorie.univie.ac.at/wissenschaft/ws-sexualitaeten-in-oesterreich/

2016
Ringvorlesung/Genderlinguistik: Von Geschlechtergerechtigkeit über Gendersymmetrie zur Repräsentation aller
WiSe 2016, Institut für Germanistik/Sprachwissenschaft, Universität Wien
Link: https://ufind.univie.ac.at/de/course.html?lv=100208&semester=2016W

Talk: On chatty women and all-investigating men – gender asymmetries in the database of the Bavarian dialects in Austria (DBÖ) in comparison to contemporary comprehensive dictionaries
(= Von vielrednerischen Weibern und alles erforschenden Männern – Genderasymmetrien in der Datenbank der bairischen Mundarten in Österreich (DBÖ) im Vergleich mit Großwörterbüchern der Gegenwart) In Cooperation with Eveline Wandl-Vogt
10. September 2016, The XVII EURALEX International Congress. 6 – Tbilisi, Georgia
Link: https://euralex.org/publications/von-vielrednerischen-weibern-und-alles-erforschenden-mannern-genderasymmetrien-in-der-datenbank-der-bairischen-mundarten-in-osterreich-dbo-im-vergleich-mit-grosworterbuchern-der-gegenwart/

2015
Vorlesung: Metasprachliche Asymmetrien und ihre strukturelle Verankerung im Wortschatz Öffentliche Ringvorlesung: Sprache – Macht – Geschlecht
4. Mai 2015, Interdisziplinäres Zentrum für Geschlechterforschung/IZFG, Universität Bern
Link: https://www.google.com/search?client=firefox-b-d&q=%C3%96ffentliche+Ringvorlesung%3A+Sprache+%E2%80%93+Macht+-+Geschlecht+4.+Mai+2015%2C+Interdisziplin%C3%A4res+Zentrum+f%C3%BCr+Geschlechterforschung%2FIZFG%2C+Universit%C3%A4t+Bern

Talk: GENDERSYMMETRY in European Languages and Dictionaries Metalinguistic Paradigms – GENDER_A_SYMMETRIES in German (=Gendersymmetrie in europäischen Sprachen und Wörterbüchern – Metalinguistische Paradigmen – GENDER_A_SYMMETRIEN im Deutschen)
11 February 2015, COST ENeL WG4 Meeting,Vienna.
Link: https://www.elexicography.eu/wp-content/uploads/2015/04/2015_02_WG4_Minutes.pdf

Proseminar: Sein Mädchen : ihr Bub oder Junge – präfeministische Asymmetrien in der Sprache heute
SoSe 2015, Institut für Germanistik/Sprachwissenschaft, Universität Wien
Link: https://ufind.univie.ac.at/de/course.html?lv=100119&semester=2015S

2014
Plenarvortrag: Frauen, auch ohne Kinder zuerst! – Vor- und Nachrangigkeiten im Kollokationenwörterbuch

Tagung: mehrWortverbindungen – Kollokationen: Sprachgebrauch & Wörterbücher 13.-14. Oktober 2014, Deutsches Seminar, Universität Basel

Proseminar: Ein Fichtenbaum steht einsam… Er träumt von einer Palme, die fern… – Metaphern traditioneller Geschlechterordnung in Genussprachen und ihre Auflösungstendenzen
WiSe 2014, Institut für Germanistik/Sprachwissenschaft, Universität Wien

Link: https://ufind.univie.ac.at/de/course.html?lv=100119&semester=2014W

Gastvortrag: Genderrepräsentation und Diversity in der Sprache
SoSe 2014, Lehrveranstaltung: Dr in. Traude Mitschka-Kogoj, FORMAN Lecture
Institut für Publizistik und Kommunikationswissenschaften, Universität Wien

2013
Proseminar: Nach Adam Riese und Eva Zwerg – Größenverhältnisse und Anderes

WiSe 2013;Institut für Germanistik/Sprachwissenschaft, Universität Wien
Link: https://ufind.univie.ac.at/de/course.html?lv=100074&semester=2013W

Impulsvortrag: Eine geschlechtersymmetrische und zeitgemäße Sprache beim Österreichischen Bundesheer – von der Frau Hauptmann über die Hauptmännin zur Hauptfrau?
18. bis 20. Juni 2013, 5. Gender Mainstreaming-Jahrestagung
Heereslogistikschule, Österreichisches Bundesheer, Wien
Link: https://www.bundesheer.at/cms/artikel.php?ID=6660

Gastvortrag: Gendersymmetrie und –repräsentation in der Sprache
Lehrveranstaltung: Dr in. Traude Mitschka-Kogoj, FORMAN
SoSe 2013,Institut für Publizistik und Kommunikationswissenschaften, Universität Wien

Proseminar: toller Hengst : läufige Hündin – Zufall oder verborgenes Genderskript?
SoSe 2013,Institut für Germanistik/Sprachwissenschaft, Universität Wien

Link: https://ufind.univie.ac.at/de/course.html?lv=100140&semester=2013S

2012
Gastvortrag: Gendersymmetrie im Deutschen und Publikationen

Lehrveranstaltung: Dr in. Traude Mitschka-Kogoj, FORMAN Lecture
SoSe 2012,Institut für Publizistik und Kommunikationswissenschaften, Universität Wien

2011
Proseminar: braves Mädchen: schlaues Bürschchen – Sprache von gestern oder androzentrische Wirklichkeit?

WiSe 2011,Institut für Germanistik/Sprachwissenschaft, Universität Wien
Link: https://ufind.univie.ac.at/de/course.html?lv=100162&semester=2011W

Gastvortrag: Gendersymmetrie und –repräsentation in der Sprache
SoSe 2011,Lehrveranstaltung: Dr in. Traude Mitschka-Kogoj, FORMAN Lecture
Institut für Publizistik und Kommunikationswissenschaften, Universität Wien

2010
Proseminar: Grammatisches und natürliches Geschlecht – zwei beziehungslose Kategorien?

WiSe 2010, Institut für Germanistik/Sprachwissenschaft, Universität Wien
Link: https://ufind.univie.ac.at/de/course.html?lv=100074&semester=2010W

Gastvortrag: Gendersymmetrie und Schreibweisen
Lehrveranstaltung: Dr in. Traude Mitschka-Kogoj, FORMAN Lecture
SoSe 2010, Institut für Publizistik und Kommunikationswissenschaften, Universität Wien

Proseminar: Jedem Hauptmann seine Nebenfrau? – postfeministische Definitionsohnmacht im Deutschen
SoSe 2010, Institut für Germanistik/Sprachwissenschaft, Universität Wien
Link: https://ufind.univie.ac.at/de/course.html?lv=100102&semester=2010S

2009
Proseminar: Schwerer Junge – leichtes Mädchen
– Genderasymmetrien im Deutschen
SoSe 2009, Institut für Germanistik/Sprachwissenschaft, Universität Wien
Link: https://ufind.univie.ac.at/de/course.html?lv=100205&semester=2009S

2008
Seminar: Gendersymmetrie im Deutschen

in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Richard Schrodt
SoSe 2008, Institut für Germanistik/ Sprachwissenschaft, Universität Wien
Link: https://ufind.univie.ac.at/de/course.html?lv=100179&semester=2008S

Vortrag: Buchpräsentation/Gendersymmetrie. Überlegungen zur geschlechtersymmetrischen Struktur eines Genderwörterbuches im Deutschen
16. Jänner 2008, Institut für Wissenschaft und Kunst, Wien
Link: https://adulteducation.at/de/weiterbildung/291

Vortrag: Buchpräsentation/Gendersymmetrie. Überlegungen zur geschlechtersymmetrischen Struktur eines Genderwörterbuches im Deutschen
23. Jänner 2008, Fachbibliothek des Instituts für Germanistik, Universität Wien
Link: https://bibliothek.univie.ac.at/events/001938.html

2006
Kurzvortrag: Präsentation der Dissertation Gendersymmetrie im Rahmen des Jour fixe des Forums Gender Schriften des Referats Genderforschung
29. März 2006, Institut für Ethik und Recht in der Medizin, Campus, Universität Wien

2004
Vortrag: Gendersymmetrie in der Sprache

im Rahmen der Präsentation von FrauenFakten – Von Business bis Feminismus. Das weibliche Nachschlagewerk/Hgin. Sonja Russ, als Vertreterin einer der vielen feministischen Vereine von Frauenfakten – Verein: WörterINNENspiegel, 3. November 2004, alpha, Wien

Vortrag: Das Genderwörterbuch – ein Projekt des WörterINNENspiegels
im Rahmen von Gender/Film/Sprache veranstaltet vom Verein Culture2Culture, 19. Juni 2004, MuseumsQuartier, Wien

Vortrag: Gendersymmetrien im Deutschen
8. Juni 2004, Depot, Wien

Vortrag: Genderwörterbuch – ein Projekt des WörterINNENspiegels
 im Rahmen der Präsentationsveranstaltung zum Weltfrauentag, 8. März 2004, Depot, Wien

2003
Vortrag: Metasprachliche Asymmetrien als Paradigmen der Geschlechterordnung

3. Dezember 2003, Institut für Wissenschaft und Kunst, Wien

2000
Vortrag: Frau : Mann. Überlegungen zum Aufbau eines Feministischen Wörterbuches

31. Mai 2000, Institut für Wissenschaft und Kunst, Wien